Steuerklassen 2026 · Zuletzt geprüft:
Steuerklassen-Rechner für Ehepaare: 3/5, 4/4 oder Faktor?
Vergleicht alle 4 Optionen mit euren Gehältern. Die Jahressteuer ist bei allen gleich — die Kombination entscheidet, wie viel ihr monatlich netto habt und wie hoch Elterngeld oder Arbeitslosengeld ausfallen.
📢 Steuerklassen-Reform: nicht beschlossen · Stand
Die Abschaffung der Klassen 3 und 5 ist nicht beschlossen. Die Ampel-Pläne für 2030 wurden 2024 aus dem Steuerfortentwicklungsgesetz gestrichen. Ein Konzept des Finanzministeriums vom April 2026 sieht 4/4 mit Faktor für alle vor, ist aber kein Gesetzentwurf. Nach dem Regierungsentwurf zur Einkommensteuerreform 2027 bleiben die Steuerklassen auch 2027.
Was das für dich bedeutet: 3/5 bleibt vorerst bestehen. Du kannst weiterhin frei zwischen 3/5, 4/4 und 4/4 mit Faktor wählen — und mehrfach pro Jahr wechseln (seit 2020).
Deine Situation
Lebensereignis in den nächsten 12 Monaten?
Unsere Empfehlung
Steuerklasse 3-5
- • Einkommensverhältnis 67% / 33%
- • III/V: Hauptverdiener zahlt weniger Lohnsteuer monatlich
- • ⚠️ ABER: Geringerverdiener-Partner hat hohe Abzüge in V
- • Alternative: 4/4 mit Faktor — gleiche Jahressteuer, fairere Verteilung
Vergleichs-Matrix aller 4 Kombinationen
Die Jahressteuer ist bei allen 4 Kombinationen identisch — die Steuerklasse beeinflusst nur, wie ihr im Lauf des Jahres verteilt zahlt.
| Kennzahl | 4 / 4 Standard nach Heirat | 4 / 4 mit Faktor Splitting monatlich | 3 / 5 P1 Hauptverdiener | 5 / 3 P2 Hauptverdiener |
|---|---|---|---|---|
Lohnsteuer P1 / Monat nach PAP 2026 | 782,41 € (Kl. 4) | 748,75 € (Kl. 4) | 401,83 € (Kl. 3) | 1.280,33 € (Kl. 5) |
Lohnsteuer P2 / Monat nach PAP 2026 | 187,33 € (Kl. 4) | 179,25 € (Kl. 4) | 465,66 € (Kl. 5) | 0,00 € (Kl. 3) |
Lohnsteuer gesamt / Monat | 969,74 € | 928,00 € | 867,49 € | 1.280,33 € |
Soli + Kirchensteuer / Monat beide zusammen | 0,00 € | 0,00 € | 0,00 € | 0,00 € |
Monatliches Netto P1 Richtwert nach Sozialabgaben | 3.130 € | 3.164 € | 3.511 € | 2.632 € |
Monatliches Netto P2 Richtwert nach Sozialabgaben | 1.769 € | 1.777 € | 1.491 € | 1.956 € |
Gesamtes Monats-Netto | 4.899 € | 4.941 € | 5.001 € | 4.588 € |
Jahres-Lohnsteuer Im Lauf des Jahres einbehalten (12 × Monatswert) | 11.637 € | 11.136 € | 10.410 € | 15.364 € |
Jahressteuer (Richtwert) Splittingtarif § 32a Abs. 5 auf eure zvE — bei allen Kombinationen gleich | 11.140 € | 11.140 € | 11.140 € | 11.140 € |
Ausgleich Steuererklärung (Näherung) Einbehaltene Lohnsteuer minus Jahressteuer. Positiv = Erstattung, negativ = Nachzahlung. | ca. +497 € (Erstattung) | ca. -4 € (Nachzahlung) | ca. -730 € (Nachzahlung) | ca. +4.224 € (Erstattung) |
Faktor (§39f EStG) Y / X, auf 3 Stellen abgeschnitten | — | 0,957 | — | — |
Steuererklärung | Freiwillig | Pflicht | Pflicht | Pflicht |
Lohnsteuer, Soli und Kirchensteuer nach dem Programmablaufplan Lohnsteuer 2026 des BMF: Monatslohn = Jahresbrutto / 12, beide gesetzlich versichert, KV-Zusatzbeitrag 2,9 %, keine Freibeträge. Kinder zählen als gemeinsame Kinder unter 25 (Kinderfreibetragszähler 1 je Kind in Klasse 3 und 4, wirkt nur auf Soli und Kirchensteuer; PV ohne Kinderlosenzuschlag, Abschlag ab dem 2. Kind). Jahressteuer und Ausgleich sind Näherungen: Die Steuererklärung rechnet mit euren tatsächlichen Vorsorgeaufwendungen, Werbungskosten usw.; Soli und Kirchensteuer sind im Ausgleich nicht enthalten. Netto ohne Übergangsbereich (Midijob).
Steuerklasse 4 / 4 (Standard nach Heirat)
- + Beide Partner nutzen eigenen Grundfreibetrag
- + Keine Pflichtveranlagung
- + Einfach — automatisch nach Heirat
- − Bei großen Einkommensunterschieden insgesamt zu hohe Lohnsteuer
- − Splittingvorteil erst über Steuererklärung — Erstattung erst Monate später
Steuerklasse 4 / 4 mit Faktor
- + Splittingvorteil bereits MONATLICH spürbar
- + Faire Lohnsteuer-Verteilung nach Einkommensanteil
- + Vermeidet Nachzahlung am Jahresende
- + Beide nutzen eigenen Grundfreibetrag
- − Pflicht zur Steuererklärung
- − Faktor gilt bis zu 2 Jahre, dann neu beantragen
Steuerklasse 3 / 5 (Hauptverdiener Partner 1)
- + Maximales monatliches Netto beim Hauptverdiener (Klasse 3)
- + Spürbar mehr Cashflow im Lauf des Jahres
- − ⚠️ Klasse-5-Partner hat HOHE Abzüge — psychologisch demotivierend
- − Pflicht zur Steuererklärung
- − Häufig Nachzahlung am Jahresende
- − Bei Trennung: Klasse 5 muss bis Folgejahr beibehalten werden
Steuerklasse 5 / 3 (Hauptverdiener Partner 2)
- + Maximales monatliches Netto beim Hauptverdiener (Klasse 3)
- − ⚠️ Klasse-5-Partner hat HOHE Abzüge
- − Pflicht zur Steuererklärung
- − Häufig Nachzahlung am Jahresende
Jahressteuer vs. Lohnsteuerabzug
Farbig = Jahressteuer nach Splittingtarif (bei allen Kombinationen gleich). Grau = im Lauf des Jahres einbehaltene Lohnsteuer. Die Differenz wird über die Steuererklärung ausgeglichen; der Betrag darunter ist eine Näherung ohne Soli und Kirchensteuer.
💡 Wichtig zu verstehen: Die Steuerklasse beeinflusst NUR die monatliche Liquidität — NICHT die Gesamtsteuer.
Die Jahressteuer ist bei allen Kombinationen identisch (11.140 € in deinem Beispiel). Was sich unterscheidet:
- WANN ihr zahlt: gleichmäßig im Lauf des Jahres oder als Nachzahlung über die Steuererklärung
- WIE ihr zahlt: gleichmäßig (4/4 mit Faktor) oder ungleich verteilt (3/5)
- WER zahlt: Hauptverdiener (Klasse 3) zahlt monatlich weniger, Geringerverdiener (Klasse 5) zahlt mehr
Der Unterschied wird mit der Steuererklärung am Jahresende ausgeglichen. Bei eurem Fall liegen die monatlichen Netto-Summen maximal 413 € auseinander — ein Liquiditäts-Unterschied, kein Steuersparen.
Ausnahme — Lohnersatzleistungen: Elterngeld, ALG I und Krankengeld werden auf Basis des Netto berechnet. Hier wirkt sich die Steuerklasse direkt aus — nicht ausgleichbar.
Genau gerechnet ist genauer als geschätzt
Die Lohnsteuer in der Matrix ist nach dem Programmablaufplan 2026 gerechnet; Netto, Jahressteuer und Ausgleich sind Richtwerte. Für eure genaue monatliche Netto-Berechnung mit allen SV-Beiträgen (auch Midijob, private KV):
Vertiefen pro Lebenssituation
12 Spezial-Seiten — vom Klassiker „3/5 vs. 4/4“ bis zu zeitkritischen Wechseln vor Elternzeit oder Arbeitslosigkeit.
3/5 vs. 4/4 vs. 4/4 mit Faktor →
Die häufigste Frage — vollständig beantwortet.
Reform-Status 2026 →
Fällt 3/5 weg? Stand der Pläne.
Steuerklasse 4 mit Faktor: Rechner →
Faktor Y/X für euch berechnen.
Splittingtabelle 2026 →
Grund- und Splittingtarif von 20.000 bis 200.000 €.
Elternzeit: Steuerklasse fürs Elterngeld →
Rechtzeitig wechseln – und wann es nichts bringt.
Nach Heirat — wechseln oder nicht? →
Standardmäßig 4/4 — wann lohnt 3/5?
Nach der Geburt: Kinderfreibetrag eintragen →
Steuerklasse meistens unverändert.
Nach Trennung: Trennungsjahr-Regel →
Erst im Folgejahr wechseln.
Klasse 2 für Alleinerziehende →
4.260 € Entlastungsbetrag jährlich.
Steuerklasse 6: Abzüge & Zweitjob →
Was sie bedeutet und wie du Geld zurückholst.
Rentner mit Nebenjob →
Klasse 1 oder 6? Plus Minijob und Aktivrente.
Wechsel via ELSTER — Anleitung →
Schritt für Schritt durchs Antragsformular.
Acht Mythen, sauber zerlegt
Mythos
„3/5 spart Steuern.“
Realität
Falsch. Die Jahressteuer ist bei allen Kombinationen identisch — sie folgt aus dem gemeinsamen zu versteuernden Einkommen und dem Splittingtarif. 3/5 verschiebt nur die monatliche Lohnsteuer-Verteilung.
Mythos
„Die Steuerklassen werden 2030 abgeschafft.“
Realität
Falsch (Stand 25.10.2026). Der Termin 2030 stammt aus dem Ampel-Entwurf, der 2024 gestrichen wurde. Ein Konzept des Finanzministeriums vom April 2026 ist kein Gesetzentwurf; für 2027 sieht der Regierungsentwurf keine Änderung vor.
Mythos
„Mit Faktorverfahren spart man Steuern.“
Realität
Falsch. Auch hier: Jahressteuer identisch. Vorteil ist, dass der Splittingvorteil bereits monatlich beim Lohnsteuerabzug spürbar wird und die Nachzahlung am Jahresende kleiner ausfällt.
Mythos
„Steuerklasse 2 ist nur für ledige Mütter.“
Realität
Falsch. Klasse 2 gilt für alle Alleinerziehenden (ledige, geschiedene, verwitwete Eltern) mit Kindergeldanspruch — unabhängig vom Geschlecht und ohne weitere erwachsene Person im Haushalt.
Mythos
„Steuerklassenwechsel nur einmal pro Jahr.“
Realität
Falsch. Seit 2020 sind mehrere Wechsel pro Jahr möglich. Antragsfrist für das laufende Jahr ist der 30. November.
Mythos
„Bei Trennung sofort Steuerklasse wechseln.“
Realität
Falsch. Im Trennungsjahr bleibt die Steuerklasse bestehen — der Splittingtarif gilt das ganze Jahr noch. Erst ab dem 1. Januar nach Trennung Wechsel zu Klasse 1 oder 2.
Mythos
„Die Steuerklasse hat keinen Einfluss auf Sozialleistungen.“
Realität
Falsch. Elterngeld, ALG I, Krankengeld und Mutterschaftsgeld werden auf Basis des Netto-Lohns berechnet. Da die Steuerklasse das Netto bestimmt, hat sie direkten Einfluss.
Mythos
„Mein Rechner ist amtlich.“
Realität
Nein. Es ist eine vereinfachte Schätzung. Die finale Berechnung erfolgt über Lohnabrechnung und Steuererklärung.
Häufige Fragen
▸Welche Steuerklassen gibt es 2026?
Es gibt sechs Steuerklassen (I–VI) plus die Variante 'IV mit Faktor'. Klasse I für Ledige, II für Alleinerziehende mit Kindergeldanspruch, III/V für Verheiratete mit großen Einkommensunterschieden, IV/IV (mit oder ohne Faktor) für Verheiratete und VI für Zweit- bzw. weitere Beschäftigungsverhältnisse.
▸Wann lohnt sich 3/5 vs. 4/4?
Die Faustregel: bei einem Einkommensverhältnis von etwa 60/40 oder ungleicher lohnt 3/5 für mehr monatliche Liquidität beim Hauptverdiener. Bei ähnlichen Einkommen (z. B. 55/45) bringt 3/5 keinen Vorteil — hier ist 4/4 oder 4/4 mit Faktor sinnvoller.
▸Was ist das Faktorverfahren (§39f EStG)?
Beim Faktorverfahren werden beide Partner in Klasse IV eingestuft. Der Faktor (Y/X, immer kleiner 1) sorgt dafür, dass der Splittingvorteil bereits monatlich an die Lohnsteuer angepasst wird. Vorteil: faire Verteilung, Vermeidung von Nachzahlungen. Nachteil: Steuererklärung ist Pflicht und der Faktor gilt nur bis zu zwei Jahre (bis Ende des Folgejahres), dann neu beantragen.
▸Wird die Steuerklassen-Reform 2030 kommen?
Nicht beschlossen (Stand 25.10.2026). Die Ampel-Pläne zur Abschaffung von III/V ab 2030 wurden 2024 aus dem Steuerfortentwicklungsgesetz gestrichen. Ein Konzept des Finanzministeriums vom April 2026 sieht 4/4 mit Faktor für alle vor, ist aber kein Gesetzentwurf und in der Koalition nicht abgestimmt. Der Regierungsentwurf zur Einkommensteuerreform 2027 behält die Steuerklassen bei. Aktuell bleibt alles beim Alten.
▸Beeinflusst die Steuerklasse die Jahressteuer?
Nein. Die Jahressteuer berechnet sich nach dem gemeinsamen zu versteuernden Einkommen und dem Splittingtarif (§32a Abs. 5 EStG). Die Steuerklasse bestimmt nur, wie die voraussichtliche Jahressteuer monatlich vorausgezahlt wird. Differenzen werden mit der Steuererklärung ausgeglichen.
▸Wie wechsle ich die Steuerklasse?
In Mein ELSTER („Antrag auf Steuerklassenwechsel“) oder auf Papier mit dem Formular „Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung und zu den ELStAM“ samt „Anlage Steuerklassenwechsel“ beim Finanzamt. Die neue Steuerklasse gilt ab Beginn des Kalendermonats, der auf die Antragstellung folgt (§ 39 Abs. 6 EStG).
▸Wie oft kann ich die Steuerklasse wechseln?
Seit 2020 mehrfach pro Jahr. Wichtige Frist: Anträge zum 30. November werden noch für das laufende Jahr berücksichtigt.
▸Wirkt sich die Steuerklasse auf das Elterngeld aus?
Ja, sehr direkt. Elterngeld bemisst sich am Netto der letzten 12 Monate vor Geburt. Wer den Wechsel in eine günstige Steuerklasse (typisch III) spätestens im 8. Monat vor dem Geburtsmonat (bei der Mutter vor dem Monat, in dem der Mutterschutz beginnt) beantragt, kann mehr Elterngeld bekommen – aber nur, solange das Elterngeld unter dem Höchstbetrag von 1.800 €/Monat bleibt. Beispiel 3.000 € brutto: rund 169 €/Monat mehr.
▸Was ist mit ALG I, Krankengeld, Mutterschaftsgeld?
Auch diese Lohnersatzleistungen basieren auf dem Netto. ALG I auf das Netto der letzten 12 Monate, Mutterschaftsgeld auf die letzten 3 Monate vor Schutzfrist, Krankengeld direkt aus dem aktuellen Netto. Steuerklassen-Optimierung wirkt sich also direkt aus.
▸Wann ist Steuerklasse 2 sinnvoll?
Für echte Alleinerziehende mit Kindergeldanspruch und keiner weiteren erwachsenen Person im Haushalt. Sie bringt den Entlastungsbetrag von 4.260 €/Jahr (+240 € pro weiterem Kind).
▸Wie funktioniert die Faktor-Berechnung Y/X?
Y = voraussichtliche gemeinsame Einkommensteuer nach Splitting. X = Summe der Lohnsteuer beider Partner in Klasse IV. Faktor = Y/X auf 3 Nachkommastellen, immer kleiner 1. Beispiel: gemeinsame Splittingsteuer 12.000 €, Summe LSt Klasse 4 = 14.000 € → Faktor 0,857.
▸Was passiert bei Trennung?
Im Trennungsjahr bleiben die Steuerklassen bestehen — der Splittingtarif gilt bis Jahresende. Ab dem 1. Januar des Folgejahres wechseln beide in Klasse 1 (oder Klasse 2 bei Alleinerziehung mit Kindergeldanspruch).
▸Brauche ich eine Steuererklärung?
Pflicht ist die Steuererklärung bei den Kombinationen 3/5, 5/3 und 4/4 mit Faktor. Bei 4/4 ohne Faktor freiwillig — meist aber lohnenswert wegen der zu erwartenden Erstattung.
▸Ist dieser Rechner amtlich?
Nein. Es handelt sich um eine vereinfachte Schätzung auf Basis von §32a EStG 2026 und §39f EStG. Die finale Berechnung erfolgt über die Lohnabrechnung deines Arbeitgebers und die Einkommensteuererklärung.